Freie Landfrauen Lichtenhagen - Offene Gartenpforte 2011


Offene Gartenpforte 2011    
aus der Dewezet vom 10. Juni 2011  von Sabine Weiße

 

30000 Quadratmeter Idylle mit Geschichte 

Die hochgewachsene Allee aus Wald- und Feldahorn führt geradewegs zu einem der schönsten Ausblicke der rund 30000 Quadratmeter großen Parkanlage: "Hereinspaziert" ruft Vollblutgärtnerin Ruth Sünnemann gut gelaunt. Sie macht mit bei der Aktion "Offene Gartenpforte", zu der Lichtenhagens Landfrauen einladen - und bis zum Pfingstmontag ist noch allerlei zu tun. Dennoch legt sie die Hacke erst einmal zur Seite und begrüßt den Besuch unter einem üppig blühenden Rosenbo-gen. Von hier sind es noch ein paar Meter bis zum Ufer des riesigen Teiches. Was für eine Idylle! Alte Eschen und Kastanien umrahmen die dunkle Wasserfläche, in der Mitte liegt eine kleine, mit Birken bewachsene Insel. "Dort brüten ab und zu Wildenten, machmal auch das sehr scheue grünfüßige Teichhuhn", erzählt die Naturfreundin. Und seit ein paar Tagen zieht ein Pärchen Nilgänse mit seinem flauschigen Nachwuchs über den Teich.
Linker Hand grasen unter Obstbäumen die beiden Coburger Fuchsschafe "Lotte" und "Luise". "Gespeist wird der Teich einer ehemaligen Ziegelei von mehreren kleinen Quellen", erzählt Ruth Sünnemann. Mit ihrem Mann Reiner und Tochter Chantal ist sie 1991 hierher gezogen. "Damals war das Areal frei zugänglich, stand alles voller Bäume. Wir haben im Laufe der Jahre ein bisschen Struktur reingebracht." Zur Vorbesitzerin Jutta Plaß, die seitdem in Hameln lebt, halten die Sünnemanns immer noch guten Kontakt.
Und von ihr kennt Ruth Sünnemann auch Einzelheiten aus der Geschichte der Ziegelei Hugo Plaß am Ortsrand Ottensteins, die wohl etwa 1930 geschlossen wurde. "Bis zu diesem Zeitpunkt hat man aus dem Teich den Ton gefördert, mit Wasser vermischt, zu Tonziegeln oder Backsteinen geformt und dann viele Stunden gebrannt", weiß die sozialpädagogische Betreuerin. Der hohe Schornstein, einst ein Wahzeichen des Fleckens, wurde Anfang der 60er Jahre gesprengt. Noch erhalten aber sind Reste des aus rotem Ziegel gemauerten Ringofens. Zeitweise richtet sich eine Füchsin hier wohnlich ein. "Zweimal hat sie zwischen den Mauern bereits Junge bekommen. Durch das Küchenfenster konnten wir die kleine Familie beobachten." Das an einigen Stellen komplett sich selbst überlassene Areal ist willkommene "Wohnung" für so allerlei Getier: Hinter der Heukrippe hat sich zeitweise ein Dachs einquartiert, im alten Ziegelgemäuer leben Fledermäuse. Die von Schachtelhalm und Schilf bewachsenen Uferbereiche sind Lebensraum für Erdkröten und Wasserfrösche. "Abends gibt es hier tolle Naturkonzerte."
Die scheuen Bewohner werden sich am "Tag der offenen Gartenpforte" wohl nicht zeigen. Dafür können die Gäste das Huhn "Henriette", Katze "Freddy" und Hund "Hektor" kennenlernen. Beim Spaziergang über das weitläufige Areal kann man sich bekannt machen mit den beiden Bäumen mit Gesicht: der alten Eiche "Baumgart" und der riesigen Pappel "Baumgärtnerin". 
Macht dieses Paradies nicht viel Arbeit? "Tja, Rasen mähen und das Schneiden der Hecken, Rosen und Strauchblumen ist echte Teamarbeit. Da ist die ganze Familie beschäftigt. Und das viele Laub im Herbst kann einen auch ein bisschen verrückt machen", erzählt die Gartenbesitzerin lachend. "Aber es überwiegt eindeutig die Freude an der Natur."






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